Drei Menschen sind bei einer Explosion in Monaco verletzt worden. Die Behörden gehen nach ersten Erkenntnissen von einer absichtlichen Tat aus. Unter den Verletzten befindet sich nach Angaben der Ermittler auch der ukrainische Geschäftsmann Wadym Jermolajew.
Die Explosion ereignete sich am Dienstagabend gegen 21 Uhr am Eingang eines Wohngebäudes. Der Ort liegt in einer Straße direkt an der Grenze zwischen Monaco und Frankreich. Rettungskräfte und Polizei waren kurz nach der Detonation mit einem großen Aufgebot im Einsatz.
Nach Angaben von Staatsminister Christophe Mirmand erlitten die drei Verletzten lebensbedrohliche Verletzungen. Er erklärte zunächst, vieles deute auf einen Anschlag hin. Später sprach er von einer absichtlichen Explosion. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen laufen weiter.
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass ein Verdächtiger vor dem Verlassen des Gebäudes eine Tasche oder ein Paket in der Eingangshalle zurückgelassen haben soll. Kurz danach kam es zu der Explosion. Der mutmaßliche Täter flüchtete anschließend. Nach ersten Informationen soll er zu Fuß in Richtung der französischen Stadt Beausoleil gelaufen sein. Die Fahndung nach dem Verdächtigen dauert an.
Nach bisherigen Erkenntnissen gehören die drei Verletzten zu einer Familie. Dabei handelt es sich um einen Mann und eine Frau im Alter zwischen 50 und 60 Jahren sowie einen Jugendlichen. Alle wurden nach der Explosion medizinisch versorgt. Weitere Informationen über ihren aktuellen Gesundheitszustand wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Sprengsatz mit Schrauben und Schrot gefüllt war. Solche Gegenstände können die Wirkung einer Explosion erheblich verstärken. Spezialisten der Polizei untersuchen den Tatort und sichern Beweise, um den genauen Aufbau des Sprengsatzes und den Ablauf der Tat zu klären.
Die Behörden haben die Ermittlungen wegen des Verdachts auf ein schweres Gewaltverbrechen aufgenommen. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist bisher unklar. Auch mögliche Verbindungen zwischen dem Verdächtigen und den Opfern werden geprüft.
Staatsminister Mirmand erklärte, ihm sei kein vergleichbarer Fall in der Geschichte des Fürstentums bekannt. Die Explosion habe deshalb für große Bestürzung gesorgt. Monaco gilt seit vielen Jahren als eines der sichersten Länder Europas. Schwere Gewalttaten sind dort äußerst selten.
Auch aus dem benachbarten Frankreich kamen Reaktionen. Der Bürgermeister der rund 20 Kilometer entfernten Stadt Nizza bezeichnete den Vorfall als Anschlag. In einer öffentlichen Erklärung sprach er von einer Tragödie, die Monaco erschüttert habe. Gleichzeitig sicherte er den Einsatzkräften und den Behörden seine Unterstützung zu.
Die Polizei hat den Bereich rund um das Wohngebäude abgesperrt. Experten untersuchen den Tatort weiter. Gleichzeitig werden Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet und mögliche Zeugen befragt. Die Ermittler hoffen, dadurch den Fluchtweg des Verdächtigen nachzuvollziehen und seine Identität festzustellen.
Die Behörden rufen mögliche Zeugen dazu auf, Hinweise zu dem Vorfall oder zu verdächtigen Beobachtungen an die Polizei weiterzugeben. Weitere Informationen sollen veröffentlicht werden, sobald die laufenden Ermittlungen neue Erkenntnisse liefern.

