Autofahren in Deutschland ist über das Osterwochenende drastisch teurer geworden. Seit dem 1. April erlaubt eine neue Regelung nur noch eine tägliche Spritpreisanpassung um 12 Uhr mittags, was zu massiven Preissprüngen führt. Diesel erreichte den dritten Tag in Folge neue Rekordwerte: Laut ADAC lag der Tagesdurchschnitt am Karfreitag bei 2,391 Euro pro Liter. Am Samstag kletterte der Dieselpreis um weitere 9,4 Cent auf 2,486 Euro. Superbenzin E10 erreichte am Karfreitag mit 2,164 Euro den höchsten Jahresstand und stieg am Samstag um etwa acht Cent auf 2,234 Euro. Diese beispiellosen Kosten belasten Haushalte und Pendler enorm und fordern dringende politische Lösungen.
Die am Mittwoch in Kraft getretene »Einmal am Tag«-Regel, nach österreichischem Vorbild, sollte die seit dem Beginn des Irankriegs gestiegenen Spritpreise kontrollieren. Preissenkungen sind jederzeit möglich, um den Wettbewerb zu erhalten; Verstöße drohen mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro. Doch die Maßnahme wird scharf kritisiert. Der ADAC urteilt, die neuesten Zahlen zeigten, »dass das Österreich-Modell den Namen ›Preisbremse‹ sicher nicht verdient und dass es eher kontraproduktiv wirkt«. Das Ziel der Preisstabilisierung wurde demnach verfehlt; stattdessen könnten die Preisanpassungen zu größeren Sprüngen führen, die Verbraucher stärker belasten.
Die Rekordpreise haben eine hitzige politische Debatte über Gegenmaßnahmen ausgelöst. Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) plädiert für einen »flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl«, um extreme Ausschläge an der Zapfsäule zu verhindern. Vizekanzler Lars Klingbeil befürwortet diesen Vorschlag nach dem Vorbild Belgiens und Luxemburgs. Ökonomin Veronika Grimm lehnt Rabatte und Preisdeckel ab und spricht sich stattdessen für ein Tempolimit aus, um die Ernsthaftigkeit der Lage zu signalisieren. Während Linke, Grüne und SPD dies seit Langem fordern, scheitert es am Widerstand von Union und FDP. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt ein Tempolimit sowie autofreie Sonntage ab und erwägt eine temporäre Anhebung der Pendlerpauschale zur Entlastung Autofahrender.
Neben direkten Spritpreis-Interventionen werden auch andere Entlastungsmaßnahmen diskutiert. Ministerin Reiche erwähnte Überlegungen, die Stromsteuer für private Haushalte zu senken, um die hohe Gesamtenergierechnung zu mindern. Generell besteht Konsens, dass die hohen Spritpreise eine spürbare Belastung für Familien und Pendler darstellen. Hubig betonte die Dringlichkeit, den Verbrauchern eine Antwort zu schulden, wenn der Weg zur Arbeit und der Osterurlaub zur Kostenfrage werden. Während die Politik nach Lösungen sucht, müssen Verbraucher den volatilen Markt selbst navigieren, wobei die Preise mittags deutlich ansteigen – eine Herausforderung für preisbewusstes Tanken.

